Sonnenfinsternis und Aberglaube

Posted by Stoni

 
Seit jeher übt das Phänomen der Sonnenfinsternis auf die Menschheit eine besondere Faszination aus und seit Jahrtausenden ranken sich Mythen und Aberglaube besonders um das seltene Ereignis einer totalen Sonnenfinsternis. So glaubten die alten Chinesen, dass ein Himmelsdrache versuchte, die Sonne zu verschlingen, während man in Japan in dem Glauben, das Wasser werde bei einer Sonnenfinsternis vergiftet, die Brunnen abdeckte.

Auch in der Mythologie südamerikanischer Völker und im alten Indien wurden Ungeheuer für die plötzliche Dunkelheit verantwortlich gemacht. So glauben beispielsweise in Brasilien verschiedene Völker, dass ein großer Vogel die Sonne mit seinen Flügeln verdeckt. In der Menschheitsgeschichte wurde die Sonnenfinsternis häufig als Vorbote von Not und Katastrophen gedeutet und selbst heute gibt es noch Menschen, die mit diesem Ereignis ein bevorstehendes Unglück verbinden. So wurde etwa die Sonnenfinsternis im Jahr 1999 als beginnendes Weltuntergangsszenario um den Jahrtausendwechsel gedeutet.

Letztlich handelt es sich bei einer Sonnenfinsternis aber um ein völlig natürliches astronomisches Ereignis. Dieses Phänomen ist auch nicht allein auf das Erde-Mond-System beschränkt, sondern tritt ebenso bei anderen Planeten mit Monden auf. Einzigartig ist lediglich die Konstellation unserer Himmelskörper, die den Durchmesser von Sonne und Mond mittels optischer Täuschung von der Erde aus gesehen, gleich erscheinen lässt und so die Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis überhaupt erst ermöglicht.